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Aktuelles in der Woche – Donnerstag, 27. Oktober 2022

Türkische Ärztekammer-Chefin nach Verdächtigung der Armee in Haft

Istanbul (dpa) – Die Türkei geht hart gegen Kritiker vor, die die türkische Armee wegen des mutmaßlichen Einsatzes von Chemiewaffen in Nordsyrien verdächtigen. So wurde die Vorsitzende der Ärztekammer TTB, Sebnem Korur Fincanci, festgenommen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch berichtete. Sie hatte eine Prüfung der Vorwürfe gefordert.

Şebnem Korur Fincancı, Präsidentin der türkischen Ärztevereinigung und Vorstandmitglied der Human Rights Foundation of Turkey (HRFT).

Nicht verifizierte Videos, die im Internet kursieren, sollen zeigen, wie türkische Streitkräfte bei einem Militäreinsatz im Nordirak Chemiewaffen gegen Stellungen der PKK einsetzen. Neben Fincanci hatte auch Teile der Opposition Untersuchungen gefordert. Die türkische Regierung bestreitet die Vorwürfe, dass Chemiewaffen gegen die PKK zum Einsatz gekommen sind.

Grundlage für die Festnahme der TTB-Chefin sind Anadolu zufolge Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft Ankara aufgrund von Aussagen, die Fincanci der PKK und YPG nahe stehenden Medien gegenüber getätigt habe. Die verbotene kurdische Arbeiterpartei (PKK) sowie ihr syrischer Ableger YPG werden in der Türkei als Terrororganisationen angesehen.

Die TTB teilte mit, dass sie den «politischen Lynchmord» und die «rechtswidrigen Praktiken» nicht akzeptieren werde. Sie forderte, dass Fincanci unverzüglich freigelassen wird. Erdogan hatte angekündigt, dass gegen Fincanci bereits juristisch vorgegangen werde. Zudem solle sie des Amtes enthoben werden.

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