UN-Chef äußert sich zuversichtlich zu Äthiopien-Konflikt

New York (dpa) – UN-Generalsekretär António Guterres hat sich optimistisch über eine mögliche Lösung des Konflikts im ostafrikanischen Äthiopien geäußert. «Ich freue mich, dass es nach über einem Jahr des bewaffneten Konflikts, der Millionen Menschen in ganz Äthiopien und den Rest der Region betroffen hat, nun nachweisbare Bemühungen gibt, Frieden zu schließen», teilte Guterres am Mittwoch in New York mit. Zuvor hatte er mit dem Sondergesandten der Afrikanischen Union (AU), Olusegun Obasanjo, telefoniert. Der ehemalige nigerianische Präsident war zuvor nach Äthiopien gereist und hatte mit den Konfliktparteien gesprochen.
Obasanjo habe Guterres über die Bemühungen der äthiopischen Regierung und der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) informiert, eine Lösung des gewaltsamen Konflikts herbeizuführen, «und äußerte sich optimistisch, dass es jetzt eine echte Chance für eine politische und diplomatische Lösung des Konflikts gibt». Guterres sprach von «großer Hoffnung» angesichts der von der AU angeführten Friedensbemühungen. Er ging allerdings nicht genauer darauf ein, welche Entwicklungen oder Zusagen genau ihn optimistisch stimmten.
Der militärische Konflikt begann vor rund einem Jahr. Ministerpräsident Abiy Ahmed versuchte, die in der nördlichen Tigray-Region an der Macht befindliche TPLF zu verdrängen. Sie dominierte Äthiopien gut 25 Jahre lang, bis Abiy Ahmed 2018 an die Macht kam. Viele Menschen in Tigray fühlen sich von der Zentralregierung nicht vertreten und fordern mehr Autonomie. Von den Top-Kommandeuren der äthiopischen Armee kamen sehr viele aus Tigray. Viele von ihnen wechselten nach Ausbruch des Konfliktes die Seiten und sind jetzt TPLF-Kommandeure.
