Elf Zivilisten bei Bombenanschlag in Afghanistan getötet
Kabul (dpa) – Bei einem Bombenanschlag im Nordwesten Afghanistans sind mindestens elf Zivilisten getötet worden, unter ihnen auch Kinder. In der Provinz Badghis zerstörte eine am Straßenrand deponierte Bombe einen Lieferwagen, in dem die Menschen saßen, wie ein lokaler Behördenvertreter am Samstag sagte. Er machte die militant-islamistischen Taliban für den Anschlag verantwortlich – auch wenn sich zunächst niemand dazu bekannte.

Anschläge mit am Straßenrand deponierten Bomben werden häufig von den Taliban verübt. Eigentlich wollen sie so Konvois der afghanischen Streitkräfte angreifen, meist werden aber Zivilisten getroffen. Seit Beginn des offiziellen Abzugs der US- und anderer Nato-Truppen Anfang Mai sind mindestens sieben Bezirke an die Islamisten gefallen. Bis spätestens 11. September sollen alle internationalen Soldaten aus dem Land sein.
Nach Angaben der Vereinten Nationen ist die Zahl der zivilen Opfer in Afghanistan im ersten Quartal dieses Jahres deutlich gestiegen – trotz der Friedensgespräche zwischen den Kriegsparteien. Die UN verzeichneten in diesem Zeitraum 573 zivile Tote und 1210 Verletzte. Das entspricht einem Anstieg von 29 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahr 2020. Die Zahl der getöteten und verletzten weiblichen Zivilisten stieg im ersten Quartal um 37 Prozent, die der getöteten und verletzten Kinder um 23 Prozent, wie es in dem Bericht heißt.
