15. September 2020 – Waldbrände: Trump spielt Klimawandel herunter

US-Präsident Donald Trump hat bei einem Besuch in Kalifornien wegen der dortigen Waldbrände die Bedrohung durch den Klimawandel heruntergespielt. Der kalifornische Minister Wade Crowfoot mahnte Trump gegenüber am Montag an, dass der Klimawandel und seine Bedeutung für die Wälder anerkannt und dass mit der Wissenschaft zusammengearbeitet werden müsse. «Es wird anfangen, kühler zu werden, schauen Sie einfach zu», sagte Trump.

Verbrannte Häuser und Fahrzeuge. Dutzende große Waldbrände in Kalifornien haben Zehntausende Menschen aus ihren Häusern getrieben.

Minister Crowfoot, in dessen Bereich der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen (natural resources) fällt, entgegnete: «Ich wünschte, die Wissenschaft würde Ihnen zustimmen.» Trump sagte: «Nun, ich denke nicht, dass die Wissenschaft es wirklich weiß.»

Auch Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom richtete klare Worte an den Präsidenten. Es sei deutlich zu spüren, dass Hitze und Trockenheit zunähmen. Der Klimawandel sei real, sagte Newsom.

Trump führte das Ausmaß der Waldbrände bei seinem Besuch in Kalifornien auf mangelhaftes Forstmanagement zurück – ähnlich hatte er sich in den vergangenen Jahren geäußert. Newsom erinnerte Trump daran, dass der Großteil der Waldfläche in Kalifornien unter Bundesverwaltung stehe und der Bundesstaat nur drei Prozent davon besitze.

Der Westen der USA erlebt derzeit eine äußerst heftige Feuersaison. Neben Kalifornien sind auch Oregon und Washington von schweren Wald- und Buschbränden betroffen. Wissenschaftler sehen es als erwiesen an, dass die Klimakrise Wetterextreme wie Trockenheit und Hitze verschärft, die zu heftigeren Waldbränden beitragen können.

Trump hat sich in der Vergangenheit mehrfach skeptisch geäußert, ob es den Klimawandel überhaupt gibt – und falls ja, ob er vom Menschen verursacht ist.